Dani`s Info Blog

2020-10-18

Kreuzbandriss beim Hund

Die häufigste Lahmheitsursache der Hintergliedmaße beim erwachsenen Hund ist ein Riss des vorderen Kreuzbandes, eventuell begleitet von einer Meniskusverletzung.
Kreuzbandrisse führen zu Instabilität und Arthrosebildung im Kniegelenk.
Häufige Auslöser für den Kreuzbandriss beim Hund ist eine chronisch degenerative Veränderung der Bänder, Fehl-und/oder Überbelastungen z.B. bei sportlich aktiven Hunden durch starke Rotationsbewegungen, Kompression auf das Knie.
Auch übermäßgiges Laufen z.B. auch am Fahrrad und hohe Sprünge sind Risikofaktoren.  Auch durch Übergewicht können Bänder langfristig abgenutzt werden.
Seltener führen Unfälle zu Kreuzbandrissen.
Grundsätzlich kann jeder Hund unabhängig von Alter, Rasse und Geschlecht erkranken, auch wenn tendenziell eher große Hunderassen betroffen sind.
Hunde mit einem Kreuzbandriss entlasten das betroffene Hinterbein. Im Stehen stellen sie es typischerweise auf die Zehenspitze und spreizen es im Sitzen seitlich etwas weiter vom Körper ab.
Nach dem Aufstehen kann eine deutliche Lahmheit auftreten, die sich dann nach ein paar Schritten wieder verbessert.
Die Diagnose „vorderer Kreuzbandriss“ kann meistens bei der klinisch orthopädischen Untersuchung gestellt werden. Eine abnorme Verschieblichkeit im Kniegelenk zwischen Ober- und Unterschenkel ist dabei beweisend.
Man nennt das Ergebnis dieser Untersuchung „positiven Schubladen- und Tibiakompressionstest“.
In unklaren Fällen, also bei einem klinisch nicht instabilem Kniegelenk, bei denen weiterhin der Verdacht auf einen Kreuzbandriss besteht, kommen Röntgen, Kernspintomographie (MRT) und Arthroskopie (Kniegelenkspiegelung)
zum Einsatz.

Kurze Übersicht Symptome:
- Lahmheit des betroffenen Beines
- Anlaufprobleme nach Ruhephasen
- Schmerzen beim Abtasten des Knies und  beim Auftreten
- Knie ist eventuell angeschwollen
- Stehen auf Zehenspitzen des betroffenen Hinterbeines
- Teilweise hoch getragenes Hinerbein

In der Regel wird der Kreuzbandriss bei Hunden chirurgisch behandelt. Eine konservative Therapie hat zumeist wenig Aussicht auf Erfolg. Für die Kreuzband-Operation gibt es unterschiedliche Methoden.
Die konventionelle Operationsmethode, die bei kleinen leichten Hunden eingesetzt wird, ist die Kapsel- und Faszienraffung.
Hier wird das umliegende Gewebe und die Gelenkkapsel auf spezielle Art gestrafft und genäht, um dem Kniegelenk neue Stabilität zu geben. Bei diesem Eingriff erfolgt zusätzlich eine Reinigung des Kniegelenks.
Sowie eine Entfernung der entzündlichen Kreuzbandreste und der geschädigten Anteile des Meniskus.
Extrakapsuläre Techniken: Hier wird durch verschiedene Maßnahmen außerhalb des Kniegelenks die Wirkung der Kreuzbänder ersetzt. Diese Methoden kommen vor allem bei kleineren, leichten Patienten zum Einsatz:
Lateraler Fadenzügel (nach Floh, De Angelis): Hier wird mittels eines nicht-resorbierbaren, stabilen Fadens die Wirkung des Kreuzbandes außerhalb des Kniegelenks simuliert.
Swivelock (Arthrex): Hier wird ein extrakapsulärer Kreuzbandersatz mit Hilfe eines Knochenankers montiert.
Bei größeren bzw. schweren Hunden empfehlen sich zum Beispiel Operationsmethoden wie TPLO („Tibial Plateau Leveling Osteotomy“) und TTA („Tuberositas Tibiae Advancement“).
Hierbei ist das Ziel die Verschiebekraft (cranial tibial thrust) im Kniegelenk zu neutralisieren. Daneben werden auch Meniskus- und Knorpelschäden behandelt.
Die TTA - Technik verfolgt dasselbe Ziel wie die TPLO und eignet sich ebenfalls vor allem für schwerere, größere Tiere.
In den ersten 8 - 10 Tagen nach der Operation bis zum Entfernen der Hautfäden sollte der Patient maximal ruhig gehalten werden. In dieser Zeit ist die „5-Minuten-Pipirunde“ an der Leine erlaubt.
Das Bein darf benutzt werden, aber es sollten rutschige Böden, Treppen und jegliche Art von Sprüngen sowie unkontrollierten Bewegungen vermieden werden.
Zusätzlich sollte das Kniegelenk mehrfach täglich mit einer Kältekompresse oder einem Eislolly gekühlt werden.
Die Aktivität kann dann langsam und kontrolliert über die nächsten 6 Wochen gesteigert werden. Ein ungefähres Ziel sind 3x täglich 20-30 Minuten Spaziergänge an der Leine nach ca. 6 Wochen.
Mit physiotherapeutischen Maßnahmen kann dann ca. 14 Tage nach der Kreuzbandoperation begonnen werden. Diese Maßnahmen werden individuell an die Situation und Zustand des Hundes angepasst und langsam gesteigert.
Zu Beginn werden meist nur Lasertherapien, leichte Massagen um Verklebungen zu vermeiden, um Gewebeflüssigkeit auszuleiten, zur Schmerzlinderung, Magnetfeldtherapien, und Akupunkturbehandlungen durchgeführt.
Dieses sollte zu Beginn 1-3x in der Woche erfolgen für 14 Tage. Später können die Zeiträume erweitert werden.
Mit dem Training auf dem Unterwasserlaufband sollte frühesten nach 6 Wochen postoperativ begonnen werden.
Vorher werden leichte aktive Bewegungsübungen durchgeführt. Diese können auch vom Besitzer Zuhause erfolgen nach Anleitung durch den Physiotherapeuten.
Wichtig ist es das Bein in den ersten Wochen nicht zu überlasten.

Bei Fragen stehe ich euch selbstverständlich zur Verfügung !

Admin - 16:38:40 @ Hund | Kommentar hinzufügen

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